Mit den Augen

Heute hatte ich einen Termin beim Optiker meines Vertrauens. Der Spruch „meines Vertrauens“ ist natürlich nicht meine Wortschöpfung. Allerdings muss ich zugeben, ich weiß ad hoc nicht aus welcher Werbung er stammt. Fällt mir vielleicht ein, wenn ich es nicht brauche. Ist so.

Meines Vertrauens bezieht sich aber schon auf die Person des Optikers, nachdem unser langjähriger, wohlbewährter Optiker das Unternehmen verlassen hat, ist ihm sein Ersatzmann quasi ebenbürtig. Finde ich.

Die Wahl des Glases obliegt ihm, dem Optiker. Die Wahl der Fassung letztlich mir. Leider. Aus Dreien zu wählen ist schwierig. Klar sehe ich sie, wie sie vor mir liegen oder mich damit im Spiegel. Mit meinen Augen. Was mir fehlt sind deine Augen. Deine Meinung, dein Blick. Für mich.

Wenig überraschend ist es ein Modell geworden, dass meiner alten Bildschirmbrille doch ähnelt, wenn auch nicht gleicht. Könnte ich, würde ich die gleiche Fassung erneut kaufen. Du weißt. Gibt es aber nicht mehr.

Die neue Fassung habe ich gewählt, weil sie am angenehmsten am Kopf lag. Form und Farbe sind eigentlich egal, weil ich damit vorwiegend vor dem Bildschirm sitze als durch die Welt zu gehen. Wobei, die Welt ist für mich ziemlich überschaubar, eigentlich ist es meine kleine Welt. Mit der großen weiten Welt habe ich nicht viel im Sinn.

Obwohl: manche Orte, die wir besuchen wollten, nochmals, weil wir schon dort waren oder erstmals, habe ich auf einer Art Bucket-List notiert. Ob ich es schaffe welche davon heimzusuchen? Oder alle? Alle eher nicht, welche davon vielleicht.

Ich weiß nicht, ob ich Orte, an denen wir gemeinsam waren alleine besuchen mag. Soll. Oder nicht.

Bei unserem letzten Treffen hat mich Doktor T gefragt: Warum leben Sie nicht?

Wie er das genau gemeint hat, also den Kontext zu dieser Frage, beschreibe ich jetzt hier nicht, aber die Grundsatzfrage war wohl berechtigt, wenn auch so vielleicht nicht gemeint.

Was ist es, was bedeutet es, zu leben? Am Leben zu sein? Oder mehr?

Manchmal wird mir bewusst, wie ich etwas mit den Augen sehe. Mit meinen, aus meinem Blickwinkel. Manchmal sitze ich dann auf deinem Platz. Manches sieht dann anders aus. Hast du das so gesehen?

Ich vermisse dich. Unsagbar.

4.3.2026